Mehrere Rissbilder und ein ausdrücklich möglicher Eingriff in das statische System stellen das höchste technische Risiko dar.
1 / 4Objektbeschreibung
Das Verfahren betrifft die Flurstücke 341/a und 394/a im Grundbuch von Langenau, Blatt 759. Das Hausgrundstück ist mit einem zweigeschossigen Einfamilienhaus und eingeschossigen Anbauten bebaut. Das zweite Flurstück ist unbebaut, wird als Garten genutzt und ist über eine Brücke mit dem Hausgrundstück verbunden.
Ausführliche Beschreibung
Die Primärunterlagen beschreiben einen vor 1900 errichteten Massivbau in mittlerer, ruhiger Dorflage. Der bauliche Zustand wurde als insgesamt befriedigend bezeichnet, zugleich besteht umfassender Sanierungsbedarf. Dokumentiert sind Fassaden- und Innenrisse, Putzablösungen, Feuchtigkeitsschäden im Keller, schadhafte Holzkonstruktionen im Obergeschoss und freiliegende Leitungen. Der Bachlauf der Großen Striegis quert beide Flurstücke; der erhöhte Grundwasserspiegel und die Überschwemmungslage begrenzen die technische und wirtschaftliche Nutzbarkeit.
Gebäude und Aufteilung
Zweigeschossiges Einfamilienhaus mit eingeschossigen Anbauten, teilweise unterkellert. Das Dachgeschoss ist nicht zu Wohnzwecken ausgebaut. Die Wohnfläche von etwa 165 m² ist nicht aufgemessen und kann wesentlich abweichen.
Zustand und Sanierung
Der Zustand erfordert mindestens eine technische und strukturelle Untersuchung sowie umfangreiche Arbeiten an Tragwerk, Feuchtigkeitsschutz, Gebäudehülle, Haustechnik und Innenausbau. Eine vollständige Modernisierung kann wirtschaftlich nicht sicher dargestellt werden.
Nutzung und Belegung
Zum Zeitpunkt der Ortsbesichtigung wurde das Objekt vom Eigentümer und seiner Familie selbst genutzt. Eine aktuelle freie Besitzübergabe ist nicht bestätigt.
Grundstück und Zugang
Flurstück 341/a umfasst 530 m². Flurstück 394/a umfasst 360 m², liegt in zweiter Reihe und hat keine eigenen Ver- und Entsorgungsanschlüsse. Die Verbindung erfolgt über eine Brücke über die Große Striegis.
Lage und Umfeld
Ruhige dörfliche Wohnlage im Ortsteil Langenau mit überwiegend ein- und zweigeschossiger Wohnbebauung und landwirtschaftlichen Nutzflächen. Brand-Erbisdorf und Freiberg sind mit dem Auto erreichbar.
Besonderheiten
Wasserlauf auf beiden Flurstücken, erhöhter Grundwasserspiegel, Überschwemmungsgebiet laut Terminsbestimmung, biologische Kläranlage und separates Gartenflurstück.
Auktion und rechtliche Hinweise
Der bestätigte Termin ist Dienstag, 29. September 2026, um 10:00 Uhr beim Amtsgericht Chemnitz. Die amtlichen Verkehrswerte betragen 69.000 EUR für Flurstück 341/a und 3.000 EUR für Flurstück 394/a. Das Gutachten war nicht Bestandteil der heruntergeladenen Unterlagen und muss vor dem Termin beim Gericht eingesehen werden.
ZVG-DE · ANALYSIS
Investmentanalyse
Nur bedingt empfehlenswert. Ein Gebot sollte wegen struktureller, wasserrechtlicher und wirtschaftlicher Unsicherheiten deutlich unter dem offiziellen Gesamtverkehrswert bleiben.
Unabhängige Markteinschätzung
Unabhängige Angebote zeigen eine breite Spanne zwischen älteren Sanierungsobjekten im regionalen Umfeld und modernen Neubauten. Das Objekt ist wegen Zustand, Wasserlage und ungemessener Wohnfläche nicht mit Neubauten vergleichbar.
Bewertungsmethode
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Marktvergleich
Renovierung
Die Analystenschätzung reicht von etwa 55.000 bis 95.000 EUR für eine minimale Stabilisierung, von etwa 110.000 bis 180.000 EUR für eine Standardrenovierung und von etwa 190.000 bis 340.000 EUR für eine Vollsanierung.
Kostenblöcke
Gebotsstrategie
Baurisiken
Feuchtigkeitsschäden im Keller sowie erhöhter Grundwasserspiegel können zu dauerhaften Abdichtungs- und Entwässerungskosten führen.
Die Große Striegis verläuft durch beide Flurstücke; Teile des Hausgrundstücks und das Gartenflurstück liegen laut Bekanntmachung im Überschwemmungsgebiet.
Fassadenrisse, Putzablösungen und ein defekter Rollladen sind dokumentiert; Dach und Gebäudehülle wurden nicht technisch geprüft.
Freiliegende Leitungen und überwiegend nicht modernisierte Räume sprechen für einen hohen Prüf- und Erneuerungsbedarf.
Eine vollbiologische Kläranlage ist vorhanden, deren Genehmigung, Zustand und Restlebensdauer jedoch unbekannt sind.
Schädlinge und gesundheitsschädliche Baustoffe wurden nicht untersucht; die Besichtigung war zerstörungsfrei und auf sichtbare Schäden begrenzt.
Rechtliche Risiken
Aktuelle Grundbuchbelastungen, bestehenbleibende Rechte und das geringste Gebot sind nicht vollständig bekannt.
Das Gartenflurstück ist nur über einen öffentlichen Weg und eine Brücke über die Große Striegis angebunden; Eigentum, Unterhaltung und Genehmigungen sind offen.
Das Objekt wurde vom Eigentümer und seiner Familie bewohnt; eine sofortige freiwillige Räumung ist nicht garantiert.
Für die Anbauten, die Nutzung und einen möglichen Denkmalschutz liegen keine aktuellen Bestätigungen vor.
Die Hauptrisiken sind Tragwerk, Feuchtigkeit, Überschwemmung, Brücke und Wegerechte, Kläranlage, verdeckte Schadstoffe, Eigentümerbelegung und unbekannte bestehenbleibende Rechte.
Stärken
- Großes, nur überschlägig bestätigtes Wohnflächenpotenzial von etwa 165 m².
- Ruhige dörfliche Wohnlage im Ortsteil Langenau.
- Separates Gartenflurstück mit insgesamt 890 m² Grundstücksfläche.
- Regionale Erreichbarkeit von Brand-Erbisdorf und Freiberg.
- Eigennutzung oder Sanierungsprojekt mit individueller Grundrissgestaltung möglich.
Schwächen
- Umfassender Sanierungsbedarf am Gesamtobjekt.
- Risse an Fassade, Innenwänden und Übergängen zu Anbauten.
- Mögliche Beeinträchtigung des statischen Systems.
- Feuchtigkeitsschäden im Keller und erhöhter Grundwasserspiegel.
- Bachlauf der Großen Striegis durch beide Flurstücke.
- Überschwemmungsgebiet laut Terminsbestimmung.
- Wohnflächenangabe ohne Aufmaß und auf Basis älterer Unterlagen.
- Eigentümerfamilie nutzt das Objekt; Übergabezeitpunkt ungeklärt.
Vor dem Gebot prüfen
- Aktuellen Grundbuchauszug, geringstes Gebot und bestehenbleibende Rechte prüfen.
- Tragwerksgutachten mit Öffnungen und Rissmonitoring einholen.
- Parzellenscharfe Hochwasser- und wasserrechtliche Auskunft einholen.
- Zustand, Genehmigung und Restlebensdauer der Kläranlage prüfen.
- Brückeneigentum, Wegerechte und Unterhaltungspflichten prüfen.
- Bauakte, Genehmigungen der Anbauten und Denkmalschutzstatus prüfen.
- Aktuelle Nutzung und mögliche Räumungs- oder Übergaberisiken klären.
- Mindestens drei belastbare Renovierungsangebote einholen.